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Der Anwalt und das Sturmgewehr
Die „Hamburger Morgenpost“ hat eine neue Schlagzeile: „Polizei findet Sturmgewehr bei Nazi-Anwalt“. Hintergrund war folgendes:
In einem Flugblatt war der Fall eines Ausländers thematisiert worden, der Seniorinnen überfallen hatte und drei davon schwer verletzt hatte. Der Tenor des Flugblattes sei: „Kriminelle Ausländer ausweisen! Überfremdung stoppen!“. Daraufhin mutmaßte die Staatsanwaltschaft, daß so etwas in den Elbvororten (Rissen ist der Nachbarort von Blankenese) nur von mir verfasst sein könne, und – wie es in diesem Staat so üblich ist – bekam dann auch sofort einen Durchsuchungsbefehl, wonach Büro und Wohnung von mir durchsucht werden könnten, da zu mutmaßen sei, daß ich das Flugblatt hergestellt oder verbreitet hätte.
Mit der Begründung wurden meine Computer mitgenommen; es darf vermutet werden, daß nicht der Text des Flugblattes – den es darauf nicht gab, weil ich das Flugblatt nicht verfasst habe – darauf gesucht wurde, sondern andere Dinge. Auf meine Beschwerde hin bekam ich am 24.02.2009 die Computer wieder. Was ich nicht wiederbekam, weil es erst kriminaltechnisch untersucht werden muß, ist ein Sturmgewehr 44. Dieses hatte ich mit der dazugehörenden Uniform vor etlichen Jahren bei einem Auktionshaus ersteigert, da ich Uniformen sammele. Es war im Katalog als Deko-Waffe bezeichnet worden, und ich benötigte keinen Waffenschein dafür. Wenn die Hamburger Morgenpost behauptet, die Waffe funktioniere noch, dann ist das eine der Enten dieser Zeitung. Hieraus ist seit über 60 Jahren nicht geschossen worden; es handelt sich um ein Museumsstück. Aber daraus lassen sich ja keine Storys basteln.
Nachdem die Morgenpost schon im Zusammenhang mit mir behauptet hatte, die Spur des Mannichl-Täters führe zu mir, wobei sie anscheinend mehr weiß als die dort ermittelnden Krimalbeamten, hat sie nun ihre neue Schlagzeile.
Da ich keine Lust habe, auf künftige Schlagzeilen der Morgenpost zu antworten, oder aber zwecks Wegnahme von Computern zeitweilig mich nicht im Netz bewegen kann, weise ich schon vorsorglich daraufhin, daß sich in meinem Besitz eine Panzerfaust 34 befindet. Diese ist allerdings vor einigen Jahren in China hergestellt, und ohne die vorschriftsmäßige Spreng- und Treibladung. Im Übrigen sollten eifrige Internet-Nutzer ja wissen, daß ich mich gegen Angriffe von Antifa-Aktivisten nicht mit Schusswaffen wehre, sondern mit der Axt. Da ich ein Faible für Wikinger habe, sagt mir das mehr zu.
25.02.2009 |
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